Salzburg feiert 400 Jahre Landesmutter Erentrudis – und wir feiern mit.

Die heilige Erentrudis wurde vor 400 Jahren am 4. September 1624 durch Erzbischof Paris Lodron zur Landesmutter erhoben.

Erentrudis war die erste Äbtissin von Stift Nonnberg, dem ältesten noch bestehenden Frauenkloster im deutschen Sprachraum. Wenig ist über sie bekannt. Die früheste Lebensbeschreibung verfasste der Nonnberger Kaplan Caesarius Anfang des 14. Jahrhunderts.

Verwandt mit Bischof Rupert, folgte sie seinem Ruf nach Salzburg, wo sie um 714 Vorsteherin des neuen Klosters auf einer Terrasse des Festungsbergs wurde. Bereits um das Jahr 718 dürfte Erentrudis im Alter von ungefähr 55 Jahren verstorben sein. Neben dem Todestag ist seit dem Mittelalter auch der 4. September ein wichtiger Gedenktag. Er bezieht sich auf die Erhebung und Überführung der Gebeine, die einer Heiligsprechung gleichkam.


Anlässlich des Gedenktages ist es nun möglich im Dommuseum bis 25. November 2024 vier Leihgaben vom Benediktinen-Frauenstift Nonnberg zu sehen.


Hl. Erentrudis mit Ansicht von Salzburg und 14 Szenen aus ihrem Leben, 1695 Entwurf: Nonnberger Chorfrau Franziska von Meichl, Maler/in: anonym Salzburg, Benediktinen-Frauenstift Nonnberg, Öl auf Leinwand

Hl. Erentrudis mit Ansicht von Salzburg und 14 Szenen aus ihrem Leben, 1695

Hl. Erentrudis mit Ansicht von Salzburg und 14 Szenen aus ihrem Leben

Kartusche im Mittelbild: Die hl. Jungfrau Erentraud, eine Schwester des hl. Rupert, des ersten Bischofs von Salzburg, erste Äbtissin dieses Gotteshauses bei unserer Lieben Frau auf dem Nonnberg und salzburgische Patronin 1695

  1. St. Erentraud wird wie ihre Brüder Rupertus und Trudbertus getauft.
  2. St. Erentraud reist mit ihren Brüdern nach Rom und besucht das Grab der Apostel Petrus und Paulus, um dort ihre Berufung zu erfahren.
  3. St. Erentraud verabschiedet sich von Trudbert und fährt mit St. Rupertus den Rhein hinab nach Worms.
  4. Nach ihrem Abschied von St. Rupert in Worms tritt die hl. Erentraud in Frankreich in den Orden des hl. Benedikt ein und wird bald darauf im Kloster zur Äbtissin gewählt.
  5. St. Erentraud übergibt die Abtei und reist anschließend mit St. Rupertus nach Salzburg.
  6. St. Rupert lässt der hl. Erentraud ein Kloster bauen und Herzog Theodo III. von Bayern stattet es aus.
  7. St. Rupert, erster Bischof zu Salzburg, setzt die hl. Erentraud als Vorsteherin des von ihm erbauten Klosters am Nonnberg ein.
  8. St. Erentraud, Bayerns erste Klosterfrau und Begründerin klösterlichen Lebens übergibt anderen Frauen am Nonnberg das Ordenskleid.
  9. St. Erentraud unterweist ihre Klosterfrauen in den Ordensregeln.
  10. St. Erentraud, eine Mutter der Armen, übt sich in den geistigen und leiblichen Werken der Barmherzigkeit.
  11. Königin Regintraud tritt nach Ableben ihres Gemahls Theodo in das Kloster Nonnberg ein und lebt dort bis zu ihrem Tod.
  12. Nachdem St. Erentraud lang und gut regiert hat, belohnt Gott ihre Mühe mit der ewigen Glorie; sie wird in der Gruft beigesetzt und wirkt Wunder.
  13. St. Erentrauds Leib wird durch Erzbischof Hartwig 1023 erhoben und 1624 von Erzbischof Paris von Lodron nochmals transferiert.
  14. St. Erentraud führt den weiblichen Chorgesang in Bayern ein.

Mirakelbild, Ende 17. Jahrhundert

Hl. Erentrudis und Kaiser Heinrich als Fürsprecher
12 Beispiele für Gebetserhörungen auf die Fürbitte der hl. Erentrudis

Kartusche: Gebete zu den Heiligen Erentrudis und Kaiser Heinrich

  1. Der hl. Kaiser Heinrich wird am Grab von St. Erentraud von der Fallsucht geheilt und baut zum Dank 1014 das durch Brand verwüstete Kloster wieder auf.
  2. Ein Priester wird von großer Traurigkeit befreit, ein anderer an beiden verkrümmten Händen geheilt, nachdem sie gelobten, bei St. Erentraud die Messe zu lesen.
  3. An St. Erentrauds Grab werden Fraisen und Fallsucht geheilt, Blinde sehend und Lahme gehend.
  4. Durch Aufsetzen des hl. Hauptes von St. Erentraud werden Kopfschmerzen geheilt und Verwirrte vernünftig.
  5. St.-Erentraud-Wasser und –Pulver hilft bei Hals- und Augenleiden, Taube werden hörend.
  6. An St. Erentrauds Grab wurden Aussätzige, vom Schlag Getroffene, mit Leibschäden Behaftete und andere Kranke gesund.
  7. Starkes Nasenbluten wird durch ein Gelübde an St. Erentraud gestillt.
  8. Diebe, die St. Erentraud Güter und einem ihrer Untergebenen ein Pferd stahlen, werden mit jähem Tod bestraft.
  9. Kinder werden von Krankheiten geheilt, nachdem ihre Eltern gelobten, sie in St. Erentrauds Habit zu kleiden (ins Stift Nonnberg zu geben).
  10. St. Erentraud vertreibt die Mörder von Pilgern, die sich vor ihrer Reise unter ihren Schutz begaben.
  11. Eine Klosterfrau wird durch Auflegen eines St.-Erentraud-Bildes vom Wundbrand geheilt und rettet damit ihren Fuß vor Amputation.
  12. Erkranktes Vieh wird durch Besprengen mit St.-Erentraud-Wasser gesund.
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