Der Fall Adam und Eva und die Folgen
Die Schöpfungserzählung vom Paradies und dem ersten Menschenpaar wirft manche Fragen auf. Das komplexe Thema bietet Raum für Grundsätzliches – in menschlicher und theologischer Hinsicht.
Kristin De Troyer beleuchtet unterschiedliche Interpretationswege der Genesis: „Wie kann man die Paradiesgeschichte und die Geschichte seines Verlustes lesen? Um alle Schätze dieser doppelten Erzählung zu entdecken, ist es hilfreich, mindestens zwei völlig unterschiedliche Lesemethoden anzuwenden. Dies eröffnet zwei verschiedene Perspektiven und kann zu Einsichten darüber führen, was Paradies bedeutet und wie sein Verlust erklärt werden kann.“
„Als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.„
Angelika Walser stellt das Thema unter genderspezifische Sichtweisen und blickt dabei auch auf die Gegenwart: „Wer wird zuerst erschaffen, Adam oder Eva? Oder war der erste Mensch gar androgyn? In welchem Verhältnis stehen die Geschlechter zueinander? Sind beide in gleichem Maße Gottes Ebenbild? Und wie entstand die traditionelle Vorstellung, dass die Frau dem Mann untergeordnet sei? Ausgehend von den beiden biblischen Schöpfungserzählungen, konzentriert sich der Beitrag auf ausgewählte Stationen der Geschlechterordnung in der Geschichte des Christentums und fragt, inwiefern sie bis ins 21. Jahrhundert hinein nachwirken.“
In impulsgebenden Kurzvorträgen beleuchten die Spezialistinnen der Universität Salzburg das breite Feld und freuen sich über eine anregende Diskussion mit dem Publikum. Im Nachgang kann das Thema noch bei einem Umtrunk weiter besprochen werden.
Ablauf
16 Uhr: Führung durch die Ausstellung: Paradise Lost.
17 Uhr: Gespräch
Anschließender Umtrunk
Kristin De Troyer
Kristin De Troyer
Geboren in Ninove, Belgien. Studium der Philosophie, Religionswissenschaften, Theologie und Religionspädagogik in Leuven. Seit 2015 Professorin für Altes Testament an der Universität Salzburg. Daneben Honorar-Professorin für Altes Testament an der Universität St Andrews, Schottland und Distinguished Fellow an der Hebrew University in Jerusalem.
Forschungsschwerpunkte: Septuaginta, Textgeschichte des Alten Testaments, griechische Bibelmanuskripte
Angelika Walser
Angelika Walser
Geboren in Stuttgart. Studium der katholischen Theologie und Germanistik in Würzburg und München. Seit 2015 Professorin für Theologische Ethik und Spirituelle Theologie an der Universität Salzburg.
Forschungsschwerpunkte: Feministische Ethik und Gender Studies; Bioethik, Literatur und Theologie.
Mehr zur Sonderausstellung.
Treffpunkt Führung: Residenzgalerie (3. OG)
Treffpunkt Gesprächsreihe: Prunkräume (2.OG)
Kosten: € 10,– inkl. Führung und Getränk / € 5,– mit DQS-Jahreskarte
Onlineticket empfohlen
Aufgrund beschränkter Teilnehmer:innenzahl
Restplätze können an der Kassa oder vorab telefonisch erfragt werden.